Betrogen
Veröffentlicht: 28. März 2012 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Fühlt sich betrogen,
Hat Schmerzen,
Will nicht mehr werden angelogen,
Findet nur Leere in deren Herzen.
Suchte Unterstützung und fand doch nur Frust,
Hat auf Streit doch keine Lust,
Suchte Sicherheit,
Fand doch nur Verwundbarkeit.
Wird zerfressen von Einsamkeit und Lügen,
Und lässt sich doch betrügen –
Um ihre Zeit.
Unterwegs am Goldbach
Veröffentlicht: 12. März 2012 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Deutsche Gerechtigkeit
Veröffentlicht: 9. März 2012 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Dies sagt ein Mann, der knapp 600 Tage in einem Schloss lebte, Bedienstete hatte und nun mit einer jährlichen Rente von 200.000,00 € leben darf:
„Vielfalt, Weltoffenheit, Freiheit und sozialer Ausgleich – das macht unser Land aus und stark.“
Zu wem er das sagt?
Zu den 4.500.000 Menschen, die von etwa 374,00 € im Monat leben müssen?
Zu den 860.000 wohnungslosen Deutschen?
Zu den 13.600.000 von Armut gefährdeten Kindern?
Zu den 1.300.000 Bedürftigen, die sich keine Mahlzeiten leisten können und „Die Tafel“ brauchen?
Zu den 12.600.000 Deutschen, die von Armut bedroht werden?
Zu den 660.000 Rentnern, die sich zu ihrer Rente noch etwas dazu verdienen müssen?
Zu den Deutschen, die in den 77.126 Friseurbetrieben für nicht einmal 700,00 € im Monat schuften?
Zu den 4.670 Floristik-Auszubildenden, die im Monat 312,00 € verdienen?
Zu den 100.000 Gastronomie-Auszubildenden, die für 350,00 € im Monat auch an Wochenenden, Feiertagen und nachts als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden?
Hat dieser Mann jemals das richtige Deutschland gesehen? Das Deutschland, in dem diese Menschen leben? Oder saß er wie ein König in seinem Schloss und ließ sich wirklich nur Ferien spendieren?
Und die Bundeskanzlerin? Die ist dieser Meinung:
„Insgesamt geht es Deutschland so gut wie lange nicht!“
Welchem Deutschland? Ihrem oder dem der 27.000.000 Deutschen, denen es eben nicht gut geht?
Und wo ist der soziale Ausgleich?
Geben die 800.000 deutschen Millionäre etwas von ihrem vielen Geld ab? Außer als Unterstützung für Wahlkampfkampagnen für eben die Bundeskanzlerin oder ihre Schergen?
Regen
Veröffentlicht: 23. Februar 2012 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Fällt wie ein Stein.
Fragt nicht, ob er mich berühren sollt.
Nass und kalt und fein,
Die Träne, die ich nie verlieren wollt!
Fällt auf mich hernieder,
Spür seinen Weg auf mir,
Ohne dass ich ihn fragen hör, wieder und wieder,
Was passiert in dir?
Er ist der Regen,
Er ist die Träne, die ich nie verlieren wollt!
Urbanisierung
Veröffentlicht: 14. Februar 2012 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Mein neues iPhone oder: Wie mich dumme Menschen zur Weißglut treiben
Veröffentlicht: 22. November 2011 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Ich bin seit 2001 Vodafone D2-Kundin und superglücklich damit. Bei mir läuft alles über Vodafone D2 und der Service ist klasse.
Sie haben es vor 2 ½ Jahren geschafft, mir einen Festnetzanschluss innerhalb von 2 Wochen zu legen und in Betrieb zu stellen – dafür braucht die Telekom mitunter 4 Wochen.
Ich werde alle zwei Jahre angerufen und gefragt, ob ich denn meinen Mobilfunkvertrag verlängern und ob ich dazu ein neues Mobilfunktelefon haben möchte. Natürlich sage ich nicht nein. So auch am 20. Oktober diesen Jahres.
Es war ein Donnerstagvormittag
Ich war gerade dabei, mit meinem Lebensabschnittsgefährten über weltbewegende Themen – wie „Gehen wir heute Abend mal wieder ins Kino?“ und „Was essen wir denn zum Abendbrot?“ – zu diskutieren, als mein 2 Jahre altes, weiß-gelbliches htc magic klingelte und eine sehr nettes Mitarbeiterin von Vodafone am Apparat mich fragte, ob ich zufrieden sei mit meinem Vertrag und ob ich eine Verlängerung um zwei Jahre wünsche. Das Gespräch verlief wirklich sehr gut und die Mitarbeiterin war sehr nett.
Dann kam die alles Entscheidende Frage: „Möchten Sie ein neues Handy oder möchten Sie lieber einen Nachlass auf Ihre Rechnung?“
Mein 2 Jahre altes, weiß-gelbliches htc magic funktioniert nicht mehr 80%ig wie am Anfang – es geht bei jeder Gelegenheit aus – auch bei Telefonaten – das Surfen funktioniert nur noch, wenn man eine W-LAN-Verbindung aufbaut (manuell) und das Touch-Display mag auch nur dann arbeiten, wenn es eben mag.
Also antwortete ich auf gestellte Frage natürlich mit: „Ich möchte gern ein neues Telefon, weil meines nicht mehr richtig funktioniert!“
Darauf die nette Vodafone-Mitarbeiterin: „Das liegt an dem letzten Update, damit kamen die htc magic nicht klar! Welches Telefon hätten Sie denn gern?“
„Ich hätte so gern ein iPhone!“, war meine Antwort.
Die nette Vodafone-Mitarbeiterin unterbreitete mir ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte: Ein schwarzes iPhone 4S mit 16 GB für nur 95,50 Euro, dazu eine Vertragsumstellung, so dass meine Mobilfunkrechnung ab sofort nur noch ca. 55,- Euro betragen würde.
Ich war ja so glücklich und fassungslos!
Dann folgte das obligatorische Aufnehmen des Deals auf Tonband, und ich bestätigte mit einem atemlosen und aufgeregten „Jaah!“. Dieser Deal sah eine Lieferung des Telefons in den folgenden 7 Werktagen vor.
Ich sah voller Vorfreude jeden Tag dreimal in meinen Briefkasten und fand – NICHTS!
Mein Lebensabschnittsgefährte sendete mir E-Mails mit Horrorszenarien, die die Nichtauslieferung des neuen iPhone 4S behandelten, da Apple mit dem Bau der kleinen Wunder nicht hinterher kam und die Menschen in Singapur auch ein iPhone 4S haben wollten. Dann erhielt ich eine Bestätigung der Vertragsumstellung von Vodafone D2. Es konnte also nicht mehr lange dauern!
So zogen zwei Wochen ins Land, das Wetter wurde rauer, die Tage kürzer und mein Briefkasten blieb leer!
Am 9. November, als alle Welt den Mauerfall vor 22 Jahren feierte, war ich der Meinung, ich würde auf mein neues iPhone 4S auch schon 22 Jahre warten. Also rief ich enttäuscht bei der kostenlosen Vodafone D2 Hotline an und fragte nach, warum das Schicken eines Telefons denn so lange dauere. Eine wieder sehr nette Vodafone-Mitarbeiterin antwortete – ich fiel aus allen Wolken – „Es gibt dafür doch gar keine Bestellung!“
Am liebsten hätte ich geheult – aber ein Indianer kennt keinen Schmerz – und schon gar keinen seelischen! Also, Zähne zusammen beißen, freundlich bleiben und enttäuscht nuscheln: „Und nun?!“ Worauf mein iPhone 4S in schwarz mit 16 GB noch einmal bestellt wurde. Zwanzig Minuten nach dem Telefonat bekam ich sogar eine Bestätigung der Bestellung per E-Mail!
Oh, Freude – in ein paar Tagen würde ich mein neues iPhone 4S endlich in den Händen halten und könnte wieder herausfinden, wie ich in Berlin von A nach B komme ohne unterwegs 20 Menschen danach fragen zu müssen.
Und nun begann der eigentliche Ärger!
Mein Lebensabschnittsgefährte lebt nicht in Berlin, wir führen seit 2 Jahren eine Fernbeziehung. Das heißt, ich verlasse meine Wohnung meist über das Wochenende, um mit ihm in einem Bett schlafen zu können oder eben ins Kino gehen zu können.
Ich wohne in Berlin-Neukölln in einem Altbau mit einem Hinterhaus und einem rechten Seitenflügel. Der linke fehlt wohl schon ein paar Jahre. Im Erdgeschoss ist die „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Tempelhof GmbH“ – kurz „BeQuit“ ansässig – eine „Firma“, in der Langzeitarbeitslose vor der Tür stehen und eine Zigarette nach der anderen rauchen, hübsche Windjacken tragen und durch unseren Kiez laufen oder den ganzen Tag in einen PC schauen. Was genau diese „Firma“ nun macht – ich kann es nicht sagen.
Vodafone D2 arbeitet in Berlin mit „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ zusammen.
Am 10. November bekam ich tatsächlich eine SMS von Vodafone D2 mit folgendem Wortlaut:
„Lieber Kunde, ihr Paket 48….00 haben wir am 10.11. verschickt. Bei Fragen zur Zustellung wenden sie sich bitte an GLS: 01805-189000. Ihr Vodafone-Team“
Wieder tauchte mein Verstand ein in diese unbändige Freude, die nicht enden wollte! Ich würde mein neues iPhone 4S spätestens am Montag bekommen und dann wäre dieses Jahr wirklich davor gerettet, das schlimmste Jahr aller Zeiten zu werden.
Also fuhr ich glücklich und zufrieden in die kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, in der ich aufgewachsen bin. Ich besuchte eine Geburtstagsfeier eines Bekannten und machte mit meinem Lebensabschnittsgefährten lange Spaziergänge Richtung Sonnenuntergang – ohne zu ahnen, was in dem Altbau in Berlin-Neukölln vor sich ging!
Ich trudelte Montagabend nach der Arbeit in meinem dunklen Altbau-Hausflur ein und öffnete meinen Briefkasten: ein riesiger Haufen Werbung, ein Brief von meiner Bank – aber kein Zustellungszettel von „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“!
„Nun gut, einen Tag mehr oder weniger – es dauert schließlich schon drei Wochen – überstehe ich auch noch!“, dachte ich mir.
Am nächsten Tag und reiflichen Überlegungen kam mir die Sache ein wenig merkwürdig vor. Ich rief die Website von „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ auf und startete eine Sendungsverfolgung.
Zu meinem Erstaunen stand dort: „zugestellt“ ZA Zaspel. Aus dieser Aussage wurde ich nicht schlau. Ich kenne niemanden mit diesem Namen – wenn es denn ein Name ist.
Also nahm ich den Rat der Vodafone D2 Kundenbetreuung an und rief „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ unter den angegebenen Hotline an.
Eine sehr unfreundliche Frau am anderen Ende versuchte, mir klar zu machen, dass mein Paket bei Herrn Zaspel liegt. Auf meine Antwort, dass niemand in meinem Berliner Altbau so heiße, antwortete sie schnippisch: „Na, bei Beequeet!“ Ich dankte ihr – erleichtert, dass ich nun wusste, wo mein neues iPhone 4S in seinem kleinen Paket abgeblieben war und machte mich auf den Weg ins Erdgeschoss. Unterwegs prasselten wieder laute Gedanken auf mich ein: „Wenn das Paket hier ist, der Paket-Zusteller hier war, wo ist dann der Zustellungszettel?“
Ich klingelte und klopfte bei der „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Tempelhof GmbH“ bis endlich ein Mann die Tür öffnete, der verdächtig „duftete“.
„Guten Morgen, ich möchte mein Paket abholen, mein Name ist Collier!“, sagte ich atemlos – mein neues iPhone 4S in greifbarer Nähe, und trotzdem hatte ich einen Knoten im Bauch.
Der gute Mann sagte mit seiner, auf 40jährigen Zigaretten- und Alkoholmissbrauch getrimmten Stimme, er müsse nachsehen. Er verschwand in einem der hinteren Räume und kam nach einigen Sekunden mit leeren Händen zurück. Ich muss ihn wohl sehr böse angesehen haben, denn er wich ängstlich zurück.
„Das Paket wurde am Samstag von einem Jungen abgeholt!“, flüsterte er nur und mir fiel fast mein Frühstück aus dem Gesicht.
„Aber ich bin doch kein Junge und abgeholt hab ich das Paket auch nicht!“, war alles, was ich, schockiert über diese Nachricht, über die Lippen bekam. Der Mann zuckte nur mit den Schultern. Mir wurde gesagt, Herr Zaspel hätte mein Paket entgegen genommen und samstags hätte ein Kollege mit Namen Jordan (so, wie Katie Price früher mal hieß!) das Paket an einen Jungen herausgegeben – „so steht dat im Computer [gesprochen: Komputa]!“
Wir sprachen noch eine ganze Weile darüber, was mit meinem Paket passiert sein könnte. Schließlich war ich nicht mehr schockiert, sondern stinkesauer und richtig wütend. Am liebsten hätte ich jemanden in dieser „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Tempelhof GmbH“ aufgefressen! Ich lief wieder in meine Wohnung und rief erneut bei „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ an. Vielleicht war es dieselbe Frau am anderen Ende, vielleicht sind aber auch alle Mitarbeiter bei „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ so unfreundlich, denn diese Frau war ebenso ebenso mies drauf wie ihre Kollegin. Ich schilderte wütend meinen Fall und fragte, wo mein Zustellungszettel sei und wo der Fahrer den gelassen hatte. Unfreundlich wurde mir mitgeteilt, dass Vodafone D2 es nicht erlaubt, dass sie Fahrerbefragungen durchführe. Das ist mir als Kunde jedoch total egal, ich will als Kunde nur wissen, was meinem iPhone 4S zugestoßen ist.
Also rief ich bei der Vodafone-Kundenbetreuung an, die wieder sehr nett waren und es sogar fertig brachten, mich zu beruhigen. Die nette Dame am Telefon sagte, dass der gute Herr Zaspel mit seiner Unterschrift dafür gebürgt hat, dass nur ich dieses Paket je in die Finger bekäme. Also wird der gute Herr Zaspel, der jetzt erst einmal in Urlaub ist (und ihn hoffentlich auch genießt, während mein neues iPhone 4S in Berlin durch die Gegend gondelt), wohl noch mächtigen Ärger bekommen, berichtete die junge Vodafone-Mitarbeiterin. Ich würde eine Erklärung ausfüllen und Vodafone würde mir ein nächstes iPhone 4S schicken, wieder mit „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“! Das lässt sich nicht vermeiden, da der Vertragspartner für Paketzustellungen in Berlin eben die „GLS – ein Paketdienst, der Ihren Ansprüchen gerecht wird“ ist. Meine Laune stieg wieder und als ich ihr berichtete, dass nicht Herr Zaspel, sondern einer seiner Kollegen mit Namen Jordan das Paket weggegeben hat, kicherte die Vodafone-Dame und darauf musste ich auch lachen. Also, alles halb so schlimm!
Denkste!
Eine Stunde später stand ich wieder im Erdgeschoss bei der „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Tempelhof GmbH“ und fragte nach dem Kollegen Jordan. Und plötzlich stand er vor mir – der Antichrist, der mein funkelnagelneues iPhone 4S weg gegeben hat. Ich fragte ihn, was passiert war und darauf kam seine schnoddrige Antwort: „Da kam n junger Mann, der hat gesacht, er heißt Collier. Dem hab ick dat Päckchen gegeben.“
Auf meine Frage, ob er sich denn einen Ausweis hat zeigen lassen, antwortete er nur: „Der hat ja gesacht, dat er Collier heißt. Ick hab sogar noch ma gefracht, da hatta wieda gesacht, dat er Collier heißt. Und denn hab ick ihm dat Paket gegeben.“
Hätten nicht 5 weitere Männer um uns herum gestanden, wäre ich ihm an den fetten Hals gesprungen und hätte ihn eigenhändig erwürgt.
Ich wollte seinen Namen wissen, da antwortete er patzig: „Na Jordan!“ (sprich: Dschördähn)
Und ich darauf: „Ja, und mit Nachnamen?“
Es gibt in Deutschland ja mittlerweile mehr englische Vornamen als deutsche. (Was ist nur aus Namen wie Hans und Dieter geworden?)
„Dat is mein Nachname!“, erwiderte er trotzig.
Ich sah ihn ungläubig an und knirschte: „Dann brauch ich den Vornamen!“
Und er nuschlte: „Kitsch!“
Ich also wieder nachgefragt: „Wie bitte?“
Und er wieder nuschelnd: „Kiets!“
Da platzte mir der Kragen und ich fuhr ihn wütend an: „Buchstabieren!“
Also fing er an zu murmeln: „H – E – I…!“
Ich so: „WAS?“
Er wieder, nun lauter: „K – E – I – T – H!“
Ich musste unweigerlich an Keith Moon denken, meinen Helden! Doch dieser fettleibige, rothaarige Wicht hatte nun überhaupt rein gar nichts gemein mit meinem Helden! Also sagte ich nur noch „Schönen Tag noch!“ und verschwand schleunigst.
Ich rief nochmals bei der Vodafone-Kundenbetreuung an und berichtete einem sehr freundlichen jungen Mann, was nun geschehen war. Ich wollte nur noch erwähnen, dass Keith Jordan mein Paket an einen Fremden übergeben hat. Als ich den Namen laut aussprach, fingen sowohl der nette Vodafone-Mitarbeiter als auch ich an zu lachen. Ich wollte, dass auch Keith Jordan für seine Dummheit zur Verantwortung gezogen wird.
Dumme Menschen treiben mich zur Weißglut
Die Weißglut war nicht fort, aber eine gewisse Ironie an der ganzen Geschichte konnte ich nicht leugnen.
So ging ich also zur Arbeit und war wütend. Und diese Weißglut hat sich seit einer Woche nicht verflüchtigt.
Und so rekonstruieren die Ermittler – also ich – den Fall
Der GLS-Bote kam am 11. November im Laufe des Tages nach Berlin-Neukölln, um mir mein Paket zu bringen. Da ich wie üblich nicht zu Hause war, hat der GLS-Bote es bei der Firma BeQuit abgegeben, wo ein Herr Zaspel das Paket entgegengenommen hat und in einen der hinteren Räume gebracht. Der GLS-Bote hat dann den Zustellungszettel von außen an die Haustür geklebt, wo er für jeden einzelnen der 3,5 Millionen Einwohner Berlins zugänglich war. Dort hat ihn auch der junge Mann im Alter zwischen 25 und 30 Jahren gefunden und hat ihn mitgenommen. Dann ist er zu BeQuit gegangen und traf auf Herrn Jordan, der ihm das Paket, ohne sich einen Ausweis zeigen zu lassen, übergab. Nun ist mein neues iPhone 4S verschwunden und ich muss wieder einmal warten….
Übrigens wirbt GLS mit folgendem Slogan:
GLS ist weit mehr als ein einfacher Paketdienst. Wir bieten zuverlässigen Paketversand innerhalb Deutschlands mit einer Regellaufzeit von weniger als 24 Stunden, sowie in ganz Europa innerhalb 24-96 Stunden, Sendungsverfolgung, extrem niedrige Schadensquoten, ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und starke Kundenorientierung.
Leider wissen die Fahrer dieses Unternehmens scheinbar nicht, dass man in einer Weltstadt wie Berlin vielleicht nicht unbedingt die Zustellungszettel an Häusertüren kleben sollte, sondern sie in den Briefkasten wirft.
Der Hartz IV-Irrsinn
Veröffentlicht: 20. November 2011 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Ich habe einen guten Freund. Er ist fast 30 Jahre alt und hat sich vor ca. 2 ½ Jahren dazu entschlossen, sein Abitur an einem Abendgymnasium nachzuholen. Löblich, sich 11 Jahre nach seinem sehr guten Realschulabschluss dazu durch zu ringen, sein Leben noch einmal von vorn zu beginnen, um in eine bessere Zukunft zu blicken.
Das passiert sicher nicht mehr oft in einem Land, in dem man von Hartz IV besser leben kann als von einem hart erarbeiteten Lohn in einem Friseursalon oder in einem Billig-Discounter.
Damit mein guter Freund sich voll und ganz auf die Schule und sein Abitur konzentrieren konnte, zog er mit 27 Jahren zurück zu seinen Eltern in sein altes Kinderzimmer unterm Dach.
Das kostet sicher Überwindung, denn wenn man erst einmal auf eigenen Füßen in einer Weltstadt wie Hamburg gelebt hat, fällt es bestimmt nicht leicht, wieder die Füße unter Mutterns Tisch zu stellen. Doch dies hat natürlich den Vorteil, dass man Unmengen an Kosten spart, denn die Eltern unterstützen ihre Kinder doch wo sie können. So auch die Eltern meines guten Freundes. Er muss keine Miete zahlen und auch Nebenkosten fallen nicht an. Er beteiligt sich, wo er kann, doch gibt er für seinen Lebensunterhalt längst nicht mehr so viel aus wie vor 4 Jahren in Hamburg.
Ich fand die Idee mit dem nachgeholten Abitur wirklich toll, vor allem aber mutig. Auch war ich der Meinung, der Staat wird so etwas sicher honorieren und es gäbe sicherlich viel Unterstützung für jemanden, der mehr Geld verdienen möchte, um später auch mehr Steuern zu zahlen.
Falsch gedacht!
Nach einem Jahr war der Anspruch auf Arbeitslosengeld I erloschen – üblich hierzulande! Nun musste sich mein guter Freund also vor 1 ½ Jarhen auf Hartz IV einlassen. Ein Haufen Papier aus dem Regenwald wurde seitdem für Anträge, Ablehnungen und Widersprüche verbraucht. Er kassiert ganze 125,- Euro vom Staat. Das ist der Betrag den er zugezahlt bekommt, denn es ist nicht so, dass er auf der faulen Haut liegt. Er hat sich einen 400-Euro-Job besorgt, der es ihm erlaubt, sich intensiv der Schule und den vor ihm liegenden Aufgaben zu widmen. Er lebt im Monat also von 525,- Euro.
Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.
Doch er hielt bisher tapfer durch und räumte immer wieder sämtliche Steine aus dem Weg, die ihm vom Jobcenter in den Weg gelegt wurden.
Wie zum Beispiel das Bewerbertraining, bei dem man ihm beibringen wollte, wie man sich richtig bewirbt und einen Computer benutzt. Dazu muss man sagen, dass mein guter Freund zwar kein Nerd im engeren Sinne ist, aber er weiß mehr über Computer, wie man sie bedient und sie benutzt, als mein ehemaliger Informatiklehrer an meinem Gymnasium.
Nun kam allerdings der Hammer als er mal wieder einen Termin in seinem Jobcenter hatte:
Man möchte, dass er eine ein halbes Jahr dauernde Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung – im Volksmund als „Ein-Euro-Job“ bekannt – absolviert. Dieser würde im Januar beginnen und demnach im Juni enden. Dass in genau diesem Zeitraum auch sein Abitur stattfindet, für das er nun drei lange und harte Jahre gearbeitet hat, ist für das Jobcenter und auch den Staat nicht wichtig.
Kleinstadt-Leben
Mein guter Freund lebt, wie ich früher, in einer Kleinstadt im schönen Mecklenburg-Vorpommern.
Diese Kleinstadt ist geprägt von einem diktatorischen Bürgermeister, der es tatsächlich geschafft hat, 20 Jahre an der Macht zu bleiben, weil sich niemand traut, ernsthaft gegen ihn zu kandidieren. Viel geschafft hat er in diesen 20 Jahren nicht, außer in der kleinen Stadtverwaltung für Angst und Schrecken zu sorgen und Probleme, wie jugendlichen Rechtextremismus, unter den Teppich zu kehren.
Unsere kleine Stadt ist geprägt durch hohe Abwanderung, von alten und jungen Einwohnern gleichermaßen.
Hier nur ein Beispiel: Wir waren im Jahre 2000 sechsundzwanzig Abiturienten, von denen noch 2 in dieser Kleinstadt leben. Die restlichen 24 Leute sind in alle Winde zerstreut, weil sie in unserer kleinen Stadt entweder keine Lehrstelle (es gibt ja in Kleinstädten keine Universitäten) oder später keinen Job gefunden haben.
Seit 1990 haben 31,6 % der Einwohner die kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern verlassen. Von den verbliebenen 5.400 Einwohnern ist nun etwa jeder Vierte ohne Arbeit. In Zeiten der Finanzkrise keine Zahl, die wirklich verwundert. Doch war diese Zahl auch vor dem Jahr 2001 nicht viel kleiner.
Hartz IV-Irrsinn
Hier ein Musterfall: In der kleinen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Einwohner, der einen Schulabschluss absolviert und schließlich auch eine Ausbildung zum Maler gemacht hat. Mit dieser war er im Alter von 19 Jahren fertig – danach hat er in zwei Firmen gearbeitet, die jedoch kurz Zeit später Konkurs anmelden mussten. Danach hat er NIE WIEDER gearbeitet, sondern auf Kosten der Steuerzahler gelebt. Er fährt den gesamten Tag mit seinem Auto durch die Kleinstadt und tut sonst nichts. Dieser „Taugenichts“ – wie ihn jeder nennt, der ihn kennt – musste zwar schon einmal an einer „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ teilnehmen, jedoch war er zwei Tage dort, dann die restliche Zeit krank geschrieben und fuhr wieder pausenlos durch die kleine Stadt, ohne dass er je wieder behelligt wurde.
Wieso nun ausgerechnet jemand, der verzweifelt versucht, seine Zukunft neu und besser zu gestalten, und für eine Maßnahme wie eine „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ keine Zeit hat, weil er sich auf seine Bildung und Zukunft konzentrieren muss, nun dazu gezwungen wird, diese Arbeitsangelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung zu machen – und nicht jemand zum Arbeiten für die Allgemeinheit verpflichtet wird, der schon seit mehreren Jahren keine Arbeit mehr hat und offensichtlich auch nicht willens ist, sich eine Beschäftigung zu suchen – entzieht sich nicht nur meiner Kenntnis, sondern auch meinem Verständnis.
Aber das ist er eben – der „Hartz IV-Irrsinn“ in Deutschland!
Und so spricht der Gesetzgeber:
Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) § 16d
Satz 1:
Für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die keine Arbeit finden können (zu diesen zählen wohl auch Minijobber, weil sie ja keine Arbeit haben, denn Minijobs sind keine Arbeit), sollen Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden.
Verfall
Veröffentlicht: 18. Oktober 2011 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Allein gelassen
Veröffentlicht: 19. Juni 2011 Einsortiert unter: Zeitgeschehen Schreibe einen Kommentar »Ist es wirklich nicht mehr da?
Nicht sicher, was damit eigentlich geschah!
Das Glück weit weg entschwunden
Zählt sie jeden Tag die Stunden.
Scheint verloren gegangen,
Jede Nacht tränennasse Wangen.
Wurde sie vergessen?
Kann sich an keinem Glück mehr messen.
Als gäb es sie nicht,
Hört wie das Herz ihr bricht,
Tut es einfach nur weh!




































